Bald ist Saarbrücken um eine kulturelle Attraktion reicher. Wie freiepresse.de am 24.07.2009 berichtet, nehmen die Ausbaupläne der Saarbrücker Modernen Galerie langsam Gestalt an.
Für den Bau einer Galerie der Gegenwart in Saarbrücken gibt es jetzt einen konkreten Zeitplan. Der erste Spatenstich für den sogenannten vierten Pavillon an der Modernen Galerie des Saarlandmuseums sei am 7. August vorgesehen, sagte die Vorsitzende des Kuratoriums Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, Kulturministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), am Donnerstag in Saarbrücken. Die notwendige Baubeginnanzeige werde am Freitag bei der Stadt Saarbrücken eingereicht. Nach Ende der Tiefbauarbeiten im Dezember und noch notwendigen Ausschreibungen könne mit dem Bau der eigentlichen Galerie voraussichtlich Anfang 2010 begonnen werden. Die Eröffnung des Pavillons ist im Frühjahr 2011 geplant.
Bei der Galerie der Gegenwart handelt es sich um einen etwa 15 Meter hohen Würfel mit sechs Sälen in zwei Unter- und drei Obergeschossen. Die Ausstellungsfläche umfasst etwa 2700 Quadratmeter. Die Fassade des Kubus soll aus schillerndem, fünf Zentimeter starkem Gussglas bestehen. Die Umsetzung erfolgt nach Plänen des Kölner Architekturbüros “twoo architekten”.
Der Würfel-Bau ist in Saarbrücken umstritten. Im Stadtrat und bei vielen Bürgern wird befürchtet, dass er zu klobig ausfällt und weder zum Museum noch ins Stadtbild passt. Bislang war zudem unklar gewesen, ob die Arbeiten noch vor der saarländischen Landtagswahl am 30. August beginnen würden, wie dies nun der Fall sein wird. Dagegen hatte die SPD-Stadtratsfraktion erst vor wenigen Tagen gefordert, so kurz vor der Wahl dürften “keine weiteren Baugruben mehr” ausgehoben werden. Kramp-Karrenbauer räumte in diesem Zusammenhang am Donnerstag ein, dass es noch “politische Risiken” für das Projekt gebe, je nach Ausgang der Wahlen.
Die Kosten für das Bauvorhaben haben sich den Angaben zufolge seit der ersten Planung im Jahr 2007 um mehr als zwei Millionen Euro verteuert. Einschließlich der Baunebenkosten belaufen sie sich inzwischen auf 14,5 Millionen Euro. Die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz trägt nach Aussagen von Vorstand Melcher davon knapp fünf Millionen Euro aus Eigenmitteln und wird zusätzlich einen Kredit von zehn Millionen Euro aufnehmen. Dessen Zinsen werden von einem Sponsor, der Firma kohlpharma, getragen. Für die Tilgung will das Saarland geradestehen. Dafür müssten im Landeshaushalt nach bisherigen Berechnungen jährlich knapp eine Million Euro bereitgestellt werden, sagte Kultusministerin Kramp-Karrenbauer.
Nach Ansicht des saarländischen SPD-Chefs Heiko Maas reichen auch die neu veranschlagten Kosten “hinten und vorne nicht aus”. Er befürchtet eine weitere Kostenexplosion, die im ungünstigsten Fall bis zu 50 Prozent betragen könnte. Ungeklärt seien beispielsweise die Nebenkosten des Erweiterungsbaus für Energie und Wachpersonal, aber auch Pläne kostspieliger Neuankäufe für das Museum. Es sei “beschämend”, dass die Landesregierung für ein “Wahlkampf-Spektakel” ein so unausgegorenes Projekt durchgewunken habe, sagte Maas.
Der neue Museumskomplex werde nach modernsten sicherheits- und klimatechnischen Standards erstellt, sagte Stiftungsvorstand Ralf Melcher. Damit könne man künftig auch hochwertigere Exponate anderer Museen zeigen. Zudem verfüge der Bau auch über Raum für eine neue Restaurationsabteilung, die dem gesamten Saarlandmuseum zugutekomme. Auch seien alle Räume barrierefrei erreichbar. Laut Melcher sichere die Stiftung mit dem Erweiterungsbau die Zukunftsfähigkeit des gesamten Saarlandmuseums.
Quelle: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/KULTUR/1550668.html
