Die Saarländer verstehen zu leben, und die Politik tut einen Teufel daran, ihnen den Spaß daran zu verderben. Freier Kindergarten, freies Studium, die höchste Wohneigentumsquote in Deutschland und an jeder Ecke ein gutes Restaurant – ein schönes Leben. Die Rechnung geht wie immer nach Berlin.
Wirtschaftspolitik kann einfach sein. Einer kennt einen, der einen kennt. Und der kennt einen, der „de Oskar“ kennt. So jedenfalls soll es einst zugegangen sein im Saarland. Heute müsste man vermutlich „de Hartmut“ sagen. Schließlich steht der Saarbrücker Unternehmer Hartmut Ostermann zurzeit mehr im Zentrum des öffentlichen Interesses als jeder andere Wirtschaftspolitiker aus dem freundlichen kleinen Bundesland an der französischen Grenze.
Just im Oktober 2009, die Verhandlungen über die schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition waren voll im Gang, hat die Saarbrücker Staatsanwaltschaft angeblich gleich fünf Steuerverfahren gegen Ostermann eingestellt. Obwohl nur Kreisvorsitzender der Saarbrücker FDP, war Ostermann Mitglied im Koalitionsausschuss und beschäftigte in seiner Firmengruppe gleich zwei Spitzenpolitiker – den Grünen-Landeschef Hubert Ulrich und den CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Meiser. Man hätte also ausgerechnet den Saar-Rückkehrer Oskar Lafontaine für den Schrei nach „Filz“ gar nicht gebraucht. Der Untersuchungsausschuss wird ohnehin kommen. Genauso wie der zum Saurier-Park „Gondwana“, von dem der Landesrechnungshof sagt, das Saarland sei bei seiner Finanzierung ein „nicht vertretbares“ Risiko eingegangen.
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